Weinteks HMI legt die Admin-Kekse in die offene Schublade

Satirische Blechpresse-Illustration: ein industrielles HMI lässt Cookie- und Token-Scheiben in ein Admin-Schlüsselloch rutschen, während Passwortstreifen in einem Glas landen.

Auf der Werkbank liegt ein Bedienpult, das aussehen möchte wie ein ordentliches Stück Industrie: Bildschirm, Gehäuse, Kabel hinten raus, vorne ein Mensch mit Handschuh und Vertrauen. Dann öffnet man die Seitenklappe, und heraus kullern Admin-Kekse.

CISA hat am 23. Juli 2026 die ICS-Advisory ICSA-26-204-03 zu Weintek cMT3092X veröffentlicht. Betroffen sind laut Advisory cMT3092X-Firmware vor 20210218 und EasyWeb vor v2.1.20. Der höchste CVSS-v3.1-Wert liegt bei 8.8. Das ist kein leises Knarzen im Scharnier, das ist schon der Moment, in dem die Schublade selber fragt, ob sie jetzt Administrator ist.

Wenn Cookies plötzlich Schlüsselbund spielen

Der erste Defekt klingt fast niedlich, bis man ihn ausspricht: Bei CVE-2026-60134 beschreibt CISA, dass ein nicht privilegierter Nutzer Cookies verändern kann, um höhere Rechte zu bekommen. Bei CVE-2026-61892 geht es ähnlich um Tokens, die zur Rechteausweitung missbraucht werden können. In normaler Werkstattsprache: Die Maschine prüft nicht sauber, ob der Keks wirklich aus der richtigen Dose kommt.

Das ist bei einem HMI besonders unschön. So ein Panel hängt nicht im luftleeren Demo-Raum, sondern an Anlagen, Bedienwegen, Schichten, Zuständigkeiten und manchmal an genau jenen Stellen, an denen niemand spontan testen möchte, ob die Rechteverwaltung heute Humor hat.

Das Passwortglas steht offen daneben

Damit die Blechdose nicht nur ein Geräusch macht, nennt die Advisory außerdem CVE-2026-61886: Nutzerpasswörter werden im Klartext gespeichert. Dazu kommt CVE-2026-60135, das CISA als Problem im User-Management beschreibt. Zusammen ergibt das kein einzelnes Loch, sondern eine kleine Amtsstube der schlechten Angewohnheiten: vorne Stempel, hinten offenes Glas, innen die alte Hoffnung, dass schon niemand genauer hinschaut.

CISA nennt als mögliche Folge erfolgreiche Rechteausweitung oder das Einsehen von Zugangsdaten anderer Nutzer. Also nicht nur „da blinkt was“, sondern „da könnte jemand an Hebel kommen, die nicht für seine Hand gedacht waren“. Die Blechpresse notiert: Rechte sind keine Keksschublade. Wenn doch, gehört wenigstens ein Schloss dran, das nicht nach Gebäck riecht.

Patch statt Prospektpolitur

Weintek empfiehlt laut CISA ein Patch-Paket namens cmt_typeB_20260316_007.patch, das ein neueres EasyWeb 2.3.17-typeb enthält. Die Verteilung soll als Patch-only-Update laufen; Anwender sollen das Paket über Weintek-Support oder Distributoren anfordern. Das ist nicht glamourös, aber sehr industriell: Manchmal kommt Sicherheit nicht als Produktlaunch, sondern als Datei, die jemand aus der Supportschublade ziehen muss.

Für Betreiber bleibt die nüchterne Reihenfolge: Inventar prüfen, betroffene Versionen finden, Patchweg klären, Zugänge und Netzexposition kontrollieren, danach erst wieder dem Bedienpult freundlich zunicken. CISA meldet für diese Schwachstellen keine bekannte öffentliche Ausnutzung. Das ist gut. Es ist aber kein Freifahrtschein, die Kekse weiter offen neben das Adminschloss zu legen.

Quellen